Häufige Fragen
Wettkampfstätten
Wo sollen die Wettkämpfe stattfinden?
München plant mit Bestandsbauten sowie zusätzlichen temporären Bauten für die Wettkampfstätten. Und trotz des Fokus auf Bestandsbauten ist es möglich, dass 76% der Wettkampfstätten in einem Radius von nur 16 Kilometern um den Olympiapark liegen – das ist nachhaltig, weil es Verkehr spart. Der bestehende Olympiapark wird im Süden für die „jungen Sportarten“ erweitert. Damit können die Hälfte aller Sportarten auf einem nur zwei Kilometer großen Areal ausgerichtet werden. Das ist weltweit einzigartig und die Antwort Münchens auf hohen Flächenverbrauch in anderen Städten!
Was bedeutet Spiele der kurzen Wege?
Das Konzept One Village des IOC bedeutet, dass maximal 50 Kilometer bzw. eine Stunde Fahrzeit vom Olympischen Dorf zur jeweiligen Sportstätte zulässig sind. München plant maßvoll und wird daher diesen Rahmen längst nicht ausschöpfen. Bei 90% der Sportstätten beträgt die Anreisezeit weniger als 30 Minuten. Zudem können dank des dichten ÖPNV-Netzes 96 Prozent der Wettkampfstätten in maximal 15 Minuten Fußweg von der nächstgelegenen Haltestelle erreicht werden. Die Münchner Art der Olympischen Spiele sind kurze Wege, starke ÖPNV-Nutzung und wenig Anreisestress für Sportlerinnen und Sportler sowie Besucherinnen und Besucher.
Werden auch Wettkämpfe in anderen Städten stattfinden?
Der Süden Deutschlands verfügt über eine sehr gute Infrastruktur von Fußballstadien. Die Fußballwettbewerbe sollen in Freiburg, Stuttgart, Augsburg, Hoffenheim und Nürnberg stattfinden. Alle anderen Mannschaftssportarten im Freien wie Rugby oder Hockey werden in den weiteren Münchner Stadien abgehalten. Auch hier ordnen sich die kurzen Fahrwege für die Teams dem Konzept einer maßvollen Planung unter. Für Sportarten wie Volleyball, Beachvolleyball oder Bahnrad werden temporäre Veranstaltungsorte entwickelt, die nach den Spielen im Sinne der Nachhaltigkeit zurückgebaut werden. Segelwettbewerbe würden in Kiel oder Rostock stattfinden.
Warum ist für die Schwimmwettbewerbe eine so komplizierte Lösung vorgesehen?
Für die Schwimmwettbewerbe ist ein temporäres Becken mit den für olympische und paralympische Spiele notwendigen 10 Bahnen in der geplanten Eventarena am Flughafen München vorgesehen. Ein temporäres Schwimmbecken in eine bestehende Halle zu bauen ist deutlich kostengünstiger und auch nachhaltiger als eine neue, aber für andere Wettbewerbe zu große Halle zu errichten. Wichtig zu wissen ist dabei, dass es derzeit kein Schwimmbecken in Deutschland gibt, welches die Standards für die Olympischen Spiele erfüllt.
Sind die temporären Nutzungen bereits mit den jeweiligen Vereinen abgesprochen?
Was ist auf den Flächen der Erweiterung für den südlichen Teil des Olympiapark geplant? Wird der dort angesiedelte Verein FC Teutonia temporär weichen müssen?
Die gesamte Planung der Sportstätten im südlichen Olympiapark ist noch fiktiv und sehr flexibel. Sie richtet sich auf die Sportarten Handball, Moderner Fünfkampf, Skateboard, BMX, 3×3 Basketball, Parcour und Breaking. Die Inanspruchnahme der Flächen des FC Teutonia ist derzeit nicht abzusehen und eher unwahrscheinlich, da die Planung noch sehr flexibel sind und Flächenbedarfe auch verringert werden können. Sollte der Fall dennoch eintreten, wird eine Lösung herbeigeführt, die den Übergangszeitraum geringhält und möglichst auf das Jahr der Olympischen Spiele begrenzt.
Dabei würde auf Ausweichstätten und die Mitgliederstruktur des Vereins geachtet.
Ein solches Vorgehen hat sich vielfach bewährt: Jedes Jahr saniert die Stadt eine gewisse Anzahl eigener Sportanlagen und erstellt dafür eine Planung der Ersatztrainingsstätten. Dies ist bei multisportlichen Vereinen oft sogar noch herausfordernder, weil dafür ganz unterschiedliche Sportanlagenarten gefunden werden müssen. Der FC Teutonia ist dagegen ein Fußballverein mit einem reinen Freiflächenbedarf. Dies erzeugt in der Regel weniger Komplexität in der temporären Unterbringung an einem anderen Ort.
Dabei würde auch darauf geachtet, dass der Verein eher ortsgebunden ist – also Mitglieder im näheren Wohnumfeld hat – sowie einen hohen Jugendanteil. Etwaige Ersatztrainingsflächen würden also im Umfeld gestellt.
Sind ungenutzte Wettkampfstätten nicht das Problem jeder bisherigen Olympiastadt?
Stadtentwicklung
Braucht München überhaupt die zusätzlichen Impulse für die Stadtentwicklung und Wirtschaft, angesichts des bereits vorhandenen dynamischen Wachstums?
München unterliegt nicht zuletzt wegen seiner Attraktivität einem hohen Zuzug und Bevölkerungswachstum – auch unabhängig von öffentlichen Planungen oder Sportgroßereignissen wie die Olympischen und Paralympischen Spiele. Dies erfordert eine zukunftsgerichtete und langfristige Weiterentwicklung der städtischen Infrastruktur, die nur mit gesunden Kommunalfinanzen auf Basis einer starken Wirtschaftsregion bewältigt werden kann.
Durch Olympia können zusätzliche Finanzmittel durch den Freistaat Bayern und den Bund bereitgestellt werden, die die geplante Stadtentwicklung beschleunigen und erweitern können.
Wie ist der Zusammenhang zwischen dem Olympischen / Paralympischen Dorf und der geplanten Stadtentwicklung im Münchner Nordosten?
Im Bewerbungskonzept sind Angaben zu einem möglichen Standort für ein Olympisches und Paralympisches Dorf sowie zu Sportstätten gefordert. Der Münchner Nordosten wurde daher angesichts der laufenden Planungen für das „Zukunftsquartier Nordosten“, das ab den 2030er Jahren unabhängig von Olympia realisiert werden soll, hierfür ausgewählt. Konkret wird vorgeschlagen, einen ausgewählten Teilbereich zu entwickeln und diesen direkt nach dem Ende der Olympischen Spiele in ein nutzungsgemischtes und belebtes Quartier für die Münchner Bevölkerung zu überführen. Das Olympische Dorf wäre ein integrierter Bestandteil der langfristigen Stadtplanung und würde die nachhaltige und ausgewogene Entwicklung des neuen Stadtteils unterstützen. Olympische und Paralympische Spiele könnten sogar ein Booster für eine priorisierte Entwicklung sein.
Was die privaten Flächen anbelangt, ist es das erklärte Ziel, mit allen Eigentümer*innen einvernehmliche Regelungen zu treffen – unabhängig von einer Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Das Olympische Dorf könnte aber auch schon mit den Flächen umgesetzt werden, die bereits im städtischen Besitz sind – dies sind etwa 80 Prozent.
Informationen zum Münchner Nordosten finden Sie darüber hinaus auf www.muenchen.de/nordosten.
Wie wird München von den Olympischen Spielen konkret profitieren?
Für die Olympischen Spiele in München werden konsequent sowohl der Bau der U9/Erweiterung der U4, eine Express-S-Bahn-Linie zum Flughafen sowie der S-Bahn-Ringschluss verfolgt werden. Die neuen direkten Verbindungen und Netzverbesserungen werden Autofahrten reduzieren. Neue P+R-Parkhäuser entlasten die Innenstadt von Verkehr. Doch nicht nur der ÖPNV wird verbessert. Es sollen auch neue Rad- und Fußwege entstehen sowie Plätze, Straßen und Parkanlagen aufgewertet werden. Im Sinne nachhaltiger Spiele werden diese Errungenschaften auch im Nachgang vorhanden sein und wir alle können häufiger auf unser Auto verzichten. Die Olympischen Spiele haben durch die Co-Finanzierung des Freistaats und der Bundesrepublik eine Katalysatorwirkung für zahlreiche Projekte. Münchnerinnen und Münchner profitieren auch vom Wohnungsbau durch das neue Olympische und Paralympische Dorf.
Wo liegt der Fokus der Investitionen für die Olympischen Spiele?
Die Investitionen fließen hauptsächlich in die Stadtentwicklung, nicht in neue Sportstätten, und schaffen damit langfristigen Mehrwert.
Ist es nicht nachgewiesen, dass Sportveranstaltungen, wenn überhaupt, nur kurzfristig positiven Einfluss auf eine Stadt haben?
Inwiefern wird der Olympiapark in die Planungen integriert?
Wird der Autoverkehr nicht noch mehr zunehmen?
m Gegenteil, moderne Park+Ride-Anlagen entlang der wichtigsten Zufahrtsachsen werden während und nach den Spielen das Stadtzentrum entlasten. Diese motivieren Pendler und Besucher zum Umstieg auf den ausgebauten Nahverkehr.
Bringen die Paralympics Vorteile für den öffentlichen Raum?
Was passiert in der Nachnutzung des Olympischen Dorfes?
Wird die Stadt nicht enger und noch mehr bebaut?
Welche Infrastruktur- und Wohn-Vorhaben würden auch ohne Olympia eh umgesetzt werden?
Wie viele & welche Grünflächen würden wir für Olympia opfern?
Existieren heute noch Bauruinen der letzten Olympischen Spiele 1972?
Nein es existieren keine Bauruinen. Die meisten der Flächen, wie der Olympiapark, werden heute noch genutzt. Selbst Flächen wie der der ehemalige S-Bahnhof Olympiapark, sollen für neue Nutzungen umgebaut werden.
Werden durch die Olympischen Spiele „falsche Prioritäten“ in der Stadtentwicklung gesetzt?
Alle Themen der Stadtentwicklung (STEP2040) haben ihre Relevanz und wurden über die letzten Jahre mit einer umfangreichen Öffentlichkeitsbeteiligung, an der über 12.000 Personen teilnahmen, erarbeitet und vom Planungsausschuss der Stadt München beschlossen. Eine Priorisierung erfolgt unter sorgfältiger Analyse und Abwägung vieler Experten. Eine in Einzelfällen aktuell notwendige Kürzung von Finanzmitteln im Rahmen der Stadtentwicklung ist bedingt durch die aktuelle Haushaltssituation und daher unabhängig von der Bewerbung um Olympische Spiele.
Olympische Spiele bewirken im Gegenteil, dass Themen der Stadtentwicklung einen Booster erfahren können.
Auswirkungen auf das Leben in der Stadt
Führt Olympia zu Verdrängungseffekten und Mietsteigerungen?
Wie genau kann die Austragung Olympischer Spiele positiv in die Stadtgesellschaft hineinwirken?
Olympische Spiele wirken aktivierend, wecken Interesse und sorgen für mehr Engagement in Sportvereinen.
Auch der Breitensport sowie informelle und private Sportaktivitäten erhalten mehr Zulauf.
Wird sich das Leben für die Menschen in München verteuern?
Es gibt keinen Automatismus, dass Olympia das Leben in München verteuert. Die Bewerbung setzt bewusst auf bestehende Sportstätten und nachhaltige Konzepte, um große Neubauten und damit verbundene Kosten zu vermeiden. Gleichzeitig investieren wir in Projekte, die allen zugutekommen – wie den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Schaffung von neuem Wohnraum.
Folgende Dinge werden konkret umgesetzt:
Olympisches Dorf wird Wohnraum: Nach den Spielen sollen die Unterkünfte als bezahlbare Wohnungen genutzt werden. So entsteht ein langfristiger Mehrwert für die Stadtgesellschaft.
Transparenz und soziale Verantwortung: Wir legen großen Wert darauf, dass Investitionen nicht zu Gentrifizierung führen. Deshalb sind soziale Wohnungsanteile und klare Nutzungskonzepte fester Bestandteil der Planung.
Preise im Alltag: Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass es keine flächendeckenden Preissteigerungen gibt. Lokale Effekte in einzelnen Vierteln sind möglich, aber es gibt wirkungsvolle Möglichkeiten, diese zu begrenzen.
Unser Ziel ist klar: Olympia soll München nicht teurer machen, sondern lebenswerter – für alle.
Viele nehmen die European Championships als Paradebeispiel gelungener Veranstaltungen. Aber was haben die Championships 2022 in der Stadt bewirkt?
Sportereignisse wie die EC 2022 sorgen für einzigartige emotionale Erlebnisse in der ganzen Stadt. Darüber hinaus: Im Rahmen der 2022 in München ausgetragenen European Championships, die im Nachhinein auch als „Mini-Olympia“ bezeichnet wurden, wurde zusätzlich die Initiative „Count and Last“ gegründet. Durch die Initiative wurden und werden soziale Projekte wie der Bau von Rollstuhlrampen aus Lego, Clean-Up Projekte in München oder das Versenden sportlicher Weihnachtspakete an Kinder in Osteuropa durchgeführt.
Was wird für die Bürgerinnen und Bürger geboten, die an Sport nicht interessiert sind?
Im Zuge der Sicherheitsmaßnahmen rund um die Olympischen Spiele, kann es ggf. zu Einschränkungen im öffentlichen Lebensraum und -ablauf kommen. Warum sind die Sicherheitsmaßnahmen so wichtig?
München ist zum wiederholten Mal als sicherste Stadt Deutschlands eingestuft worden. Die Stadt liegt beim Sicherheitsranking der 40 deutschen Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohnern seit Jahren unangefochten auf Platz 1. So bietet München auch in Sachen Sicherheit beste Voraussetzung für die Umsetzung großer Veranstaltungen. Nichtsdestotrotz sind umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen bei den Olympischen Spielen enorm wichtig, weil sie dazu beitragen, die Sicherheit aller Beteiligten (Athleten, Zuschauer, etc.) zu gewährleisten. Im Rahmen Olympischer Spiele kommen Menschen aus der ganzen Welt zusammen, was sie zu einem potenziellen Ziel für verschiedene Bedrohungen machen kann. Durch strenge Sicherheitsvorkehrungen können Risiken minimiert werden. So wird sichergestellt, dass die Spiele reibungslos ablaufen und alle eine positive Erfahrung haben können. Auch wenn die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen ggf. mit der ein oder anderen Einschränkung verbunden ist, so lässt sich diese besser annehmen, wenn man sich Ziel und Nutzen dieser Vorkehrungen nochmal bewusst wird.
Sind unsere Straßen nicht bereits überfüllt?
Wir wissen, dass der Verkehr in München schon heute eine Herausforderung ist. Deshalb ist es uns besonders wichtig, dass die Olympischen Spiele nicht zu zusätzlichen Belastungen führen, sondern langfristig Verbesserungen bringen. Unser Konzept setzt auf einen starken Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, damit die Spiele vor allem mit U-Bahn, S-Bahn und Bussen erreichbar sind. Zusätzlich wird es Maßnahmen geben, um den Individualverkehr während der Spiele zu reduzieren und den ÖPNV zu priorisieren. Investitionen in die Infrastruktur bleiben auch nach Olympia bestehen und kommen allen Münchnerinnen und Münchnern zugute. Darüber hinaus setzen wir auf nachhaltige Mobilitätslösungen wie zusätzliche Radwege und Sharing-Angebote, die den Verkehr nicht nur während der Spiele, sondern dauerhaft entlasten sollen. Unser Ziel ist klar: Olympia darf nicht mehr Stau bedeuten, sondern bessere Mobilität für alle.
Wird München während der Olympischen Spiele auf Grund der vielen Besucher und Akteure infrastrukturell überlastet / überfordert sein? Ist der ÖPNV leistungsfähig genug?
München als versierter Gastgeber zahlreicher internationaler (Sport-) Großveranstaltungen besitzt eine hohe Expertise und Know-How in der Organisation und infrastrukturellen Planung hoher Zuschaueraufkommen und damit einhergehender Mobilitätsbedarfe.
Ein durchdachtes Mobilitätskonzept für die Olympischen Spiele ist elementar und wird mit einer hohen Priorisierung im Bewerbungsprozess erarbeitet. Erste Konzeptstudien zeigen, dass die Kapazitäten der unterschiedlichen Fortbewegungsangebote in München ab 2036 ausreichen werden, um Zuschauer, Akteure aber auch die Bevölkerung in ihrem Alltag zu transportieren.
Die geplante Erweiterung des öffentlichen Nahverkehrs im Rahmen der Stadtentwicklung (STEP2040) und deren zeitliche und finanzielle Unterstützung durch die Olympiabewerbung, bringen eine zusätzliche Entlastung.
Sicherlich einzigartig sind die derzeitigen Planungen in Richtung einer exklusiven Olympic Lane auf Schienen. Mit dem Ringschluss Nord (Ausbau der S-Bahnstrecke auf einem zu großen Teilen bereits bestehenden Schienennetz) wäre eine Möglichkeit geschaffen, Athlet*innen zeiteffektiv, nachhaltig und sicher zu vielen Sportstätten zu transportieren, ohne den täglichen Verkehr auf den Haupt-Verkehrswegen zu beeinträchtigen.
Als internationale Tourismusregion ist München zudem auf viele Touristen eingestellt (Hotelzimmer, Gastronomie, Touristische Attraktionen). Ausreichend attraktive Rückzugsmöglichkeiten ins naturnahe Umland und den städtischen Grüngürtel, sollen die Stadt und ihre zentralen Event-Areale entlasten.
Vergleichbare Größen: Zu den Olympischen Spiele Paris kamen insgesamt 11,2 Millionen Besucher (fast die Hälfte davon aus dem Großraum Paris). Für die Olympischen und Paralympischen Spiele in München rechnet man mit ca. 7,5 Millionen Besuchern (Berechnung des RAW). Im Rahmen des Oktoberfestes 2024 wurden 6,7 Mio. Besucher gezählt.
IOC
Weshalb will sich München für Olympia bewerben, ohne die Details möglicher IOC Verträge zu kennen?
Richtig ist: Im Rahmen des aktuell laufenden nationalen Auswahlverfahrens hat etwa der DOSB noch nicht alle Bewertungskriterien festgelegt. Auch im nachfolgenden internationalen Verfahren entstehen verschiedene Erkenntnisse vielfach erst im Austausch mit dem IOC. Dies wird allerdings auch deshalb so gemacht, damit sich Zielsetzungen des IOC und lokale Gegebenheiten aneinander orientieren können. Das ist im Sinne eines optimierten Konzepts und eines kostengünstigeren Bewerbungsverfahrens durchaus sinnvoll – verringert aber in einer frühen Phase der Bewerbung noch die Gewissheiten für Planungsüberlegungen. Sicher ist aber auch: Mit der aktuellen Bewerbung beim DOSB werden noch keinerlei rechtsverbindliche Zusagen gemacht. Zudem hat das IOC im Rahmen der Reformen generell den Umfang der Verträge und die Pflichten der Ausrichterstädte stark reduziert. Es gibt auch nicht mehr die Forderung nach unbeschränkten finanziellen Garantien.
Dem IOC ist doch die Stadt München egal?
Aufgrund der Kritik an den immer größer werdenden Kosten stellt das IOC mit der „Agenda 2020+5“ die Austragungsstadt wieder mehr in den Fokus der Bewerbung bzw. Ausrichtung. Alle kommenden Spiele sollen sich an der Stadt ausrichten – nicht andersherum. Dies war bereits bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris der Fall. Den Städten wird im Rahmen einer Bewerbung bezüglich der Finanzierung entgegengekommen. Vertragsregelungen wie die uneingeschränkten finanziellen Zusagen einer Ausrichterstadt an das IOC wurden abgeschafft. Das IOC hat zudem den Anteil an Refinanzierungsmaßnahmen für die Bewerberstadt deutlich erhöht.
Stimmt es, dass das IOC sich ändert?
Mit der Agenda 2020+5 fordert das IOC auch Nachhaltigkeitsziele, soziale Ziele und Menschenrechte ein. Die Art und Weise der Planung und Durchführung der Olympischen Spiele in anderen Ländern wurde oft kritisiert. Der Kurswechsel im IOC gibt uns in München nun die Chance, der ganzen Welt zu beweisen, wie Nachhaltigkeit und soziale Ziele im Kontext der Spiele erreicht werden können.
Das IOC will die Mitbestimmung der Bevölkerung doch aushebeln?
Anders als bei früheren Bewerbungen wird die Münchner Bevölkerung von Anfang an über die Abläufe der Bewerbung informiert, u.a. durch Veröffentlichung des Bewerbungskonzepts und des Stadtratsbeschlusses. Ein Kerngedanke der Bewerbung ist die breite Beteiligung der Münchner Bevölkerung. Diese ist u.a. mit dem Bürgerentscheid und einer umfassenden Kommunikationsoffensive während der gesamten Bewerbung sichtbar. Auch in das Konzept wurden viele unterschiedliche Fachleute aus der ganzen Stadt miteinbezogen. Ziel ist es, Olympia als Anlass für gegenseitiges Engagement, Ehrenamt und neue Mitmach-Kultur in der Stadtgesellschaft zu nutzen.
Fordert das IOC nicht, dass neu gebaut wird?
Fordert das IOC nicht, dass neu gebaut wird?
Die neue IOC-Agenda fordert und fördert maßvolle Planungen. Die IOC-Agenda 2020+5 gibt sogar explizit an, dass keine neuen Bauten notwendig sind, und die Städte werden zur Nutzung temporärer Stätten oder Bestandsgebäude ermutigt. Dafür kann auch auf andere, umliegende Städte ausgewichen werden, wie für das olympische Fußballturnier geplant ist.
Wirtschaft und Tourismus
Wie soll sichergestellt werden, dass durch die Ausrichtung nicht nur die großen Unternehmen profitieren?
Die Stadt und nicht das IOC wird für die Vergaben im Infrastrukturbereich zuständig sein und kann tun, was möglich und zulässig ist, um regionale Unternehmen einzubinden. Zudem führt die Ausrichtung Olympischer Spiele immer zu Innovationsdruck, bspw. in der Telekommunikation, der (Übertragungs-)Technik, der Mobilität, der Medizin, der Materialtechnik, der Digitalisierung, oder bei Smart-City-Anwendungen. München kann sich als innovativer Standort positionieren und es entstehen viele Chancen für innovative Unternehmen und Start-ups.
Wird München als Wirtschaftsstandort profitieren?
Wie wirken sich die Olympischen Spiele auf das Image einer Stadt aus?
Braucht München überhaupt die zusätzlichen Impulse für die Stadtentwicklung und Wirtschaft, angesichts des bereits vorhandenen dynamischen Wachstums?
München unterliegt nicht zuletzt wegen seiner Attraktivität einem hohen Zuzug und Bevölkerungswachstum – auch unabhängig von öffentlichen Planungen oder Sportgroßereignissen wie die Olympischen und Paralympischen Spiele. Dies erfordert eine zukunftsgerichtete und langfristige Weiterentwicklung der städtischen Infrastruktur, die nur mit gesunden Kommunalfinanzen auf Basis einer starken Wirtschaftsregion bewältigt werden kann.
Durch Olympia können zusätzliche Finanzmittel durch den Freistaat Bayern und den Bund bereitgestellt werden, die die geplante Stadtentwicklung beschleunigen und erweitern können.
Kosten
Was kosten Olympische Spiele? Kann sich München Olympische Spiele in der aktuellen Situation leisten?
Speziell Olympische Winterspiele, aber auch verschiedene Ausgaben Olympischer Sommerspiele haben aufgrund hoher und wenig flexibler Anforderungen des IOC in der Vergangenheit zu massiven Investitionen sowie zu Flächenversiegelungen und sonstigen Eingriffen in die Natur und in die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der jeweiligen Region geführt. Beispielsweise wurde eine große Zahl an ambitionierten Sportstätten mit höchsten Qualitätsstandards ohne erkennbare Nachnutzungsoption neu errichtet, ausgedehnte Ergänzungsflächen wurden neu geschaffen, ein Ausgleich im Sinne einer Kompensation zugunsten der Umwelt wurde wenn dann nur begrenzt geschaffen. Sportstätten und auch andere neu geschaffene Infrastruktur wurden nicht instandgehalten, soziale Unterschiede sind gewachsen und der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung blieb aus.
Daher ist von hoher Bedeutung, aus diesen Fehlern zu lernen – sowohl durch veränderte Maßgaben und Grundlagen des IOC als auch durch eigene maßvollere Planungen.
Die Reaktion des IOC: „Agenda 2020 + x“
Im Zuge einer Reformdiskussion hat das IOC die kritisierten Punkte beleuchtet und eine grundsätzliche Verbesserung im Sinne der Nachhaltigkeit Olympischer und Paralympischer Spiele eingeleitet. Verschiedene neue Agenden wurden auf den Weg gebracht: Mit der Agenda 2020 sowie der Agenda 2020+5 wurden neue Maßstäbe an Spiele definiert. Diese dienen laut IOC nun der Flexibilität, der Effizienz und der Kostensenkung. Unter anderem wurde Folgendes festgelegt:
Über 30 Prozent gestiegene Nutzung bestehender Infrastruktur durch Abschaffung von Mindestanforderungen, Vermeidung von Neubauten, maximale ÖPNV-Nutzung und eine flexible Anzahl Olympischer Dörfer. In Paris 2024 lagen die Nutzungswerte daher bereits deutlich besser, auch für Los Angeles 2028 wird dies erwartet. 90 Prozent der Sportstätten müssen bereits bestehen oder dürfen maximal temporär platziert werden. Folglich dürfen maximal 10 Prozent der Sportstätten neu gebaut werden. Rechnerisch sind angesichts der insgesamt notwendigen Zahl an Sportstätten damit maximal 4 Neubauten möglich – deutlich weniger als vorher. Zum Vergleich: Das Münchner Konzept enthält nur einen einzigen Neubau, der aber ohnehin geplant war, sowie derzeit fünf temporäre Sporthallen.
Versprechen können die Veranstalter viel. Wer garantiert, dass die Kosten nicht ins Unermessliche gehen?
Im Gegenteil, die Planungen beschleunigen das Erreichen der Ziele. Die Schaffung offener, durchgehender Grünkorridore ist elementar für die Stadtbelüftung. Im Rahmen der Spiele ist unter anderem die Begrünung der ehemaligen Olympia-S-Bahn-Trasse vorgesehen. Zudem helfen die geplante Aufwertung des Hüllgrabens und Entsiegelungen dabei, dass die Grundwasserneubildung und das Mikroklima der Stadt verbessert werden. Durch die Integration von Solar-Panelen im neuen Olympischen Dorf sowie auf neu geschaffenen und sanierten Arealen und Sportstätten können diese zu großen Teilen mit regenerativer Energie betrieben und bewirtschaftet werden.
Für wie viele potentielle Austragungen wird man sich bewerben? Kosten die Bewerbungen jeweils erneut Geld?
Könne das Geld nicht für wichtigere Projekte in München eingesetzt werden? Z. B. für Einheimische Bedürftige oder Schulen?
Könne das Geld nicht für wichtigere Projekte in München eingesetzt werden? Z. B. für Einheimische Bedürftige oder Schulen?
Nachhaltigkeit
Wie sollen die fehlende Nachhaltigkeit und die hohen Eingriffe in Infrastruktur und Umwelt früherer Spiele verhindert werden?
Für eine möglichst transparente und nachvollziehbare Beantwortung muss man zwischen verschiedenen Kostenarten unterscheiden:
Bewerbungskosten
Das IOC hat auf die teilweise sehr hohen Bewerbungskosten mit stark verringerten Anforderungen reagiert. Ziel ist eine Reduzierung der Kosten um über 80 Prozent. In früheren Jahren lagen die Kosten für das internationale Bewerbungsverfahren bei 30 bis 40 Millionen Euro. Dem stehen nun erste Erfahrungswerte mit deutlich geringeren Beträgen in der Größenordnung von 5 bis 8 Millionen Euro gegenüber, der DOSB geht von maximal 10 Millionen Euro aus. Im Verhältnis zu den dadurch möglichen Milliarden-Zuschüssen, eine aus unserer Sicht sinnvolle „Investition“.
Der Bund hat hierbei bereits seine Bereitschaft zur Beteiligung gegenüber dem DOSB erklärt. Der Freistaat Bayern hat gegenüber der Landeshauptstadt München ebenfalls eine grundsätzliche Unterstützung angekündigt. Eine weitere Möglichkeit liegt im privaten Sektor: Im Rahmen der Bewerbung um die Olympischen Spiele 2018 ist über die Privatwirtschaft eine Refinanzierung der Kosten gelungen. Von den genannten maximal 10 Millionen Euro würde also voraussichtlich etwa ein Drittel bei der Landeshauptstadt München liegen. Für die bisherige Bewerbungsphase hat München rund 1 Million Euro ausgegeben.
In diesen genannten Bewerbungskosten sind nicht die Kosten eines Bürgerentscheids enthalten (circa 6,7 Millionen Euro). Denn: Referenden fallen in die alleinige Verantwortung einer Kommune. Nimmt man diese Kosten dennoch hinzu, liegen die bisherigen Kosten im Rahmen der nationalen Bewerbung bei rund 8 Millionen Euro.
Kosten nach der Bewerbung für die Vorbereitung und Umsetzung der Spiele
Diese Kosten werden unterteilt in zwei Bereiche: Je nachdem, ob dafür das Organisationskomitee zuständig ist (dies sind die Eventkosten) oder nicht (dies sind die Kosten für Stadtentwicklungsprojekte, also Investitionen in die Infrastruktur).
Event-/Durchführungskosten
Olympische Spiele bis zum Jahr 2020 unterlagen einer enormen Kostensteigerung. Verantwortlich dafür war häufig eine Mischung aus unflexiblen und hohen Anforderungen des IOC sowie dem eigenen Ehrgeiz der Ausrichter. Die Kosten für Tokio 2020 lagen beispielsweise bei knapp 20 Milliarden US-Dollar. Die Olympischen und Paralympischen Spiele von Paris 2024 waren nun die erste Ausgabe, die auf Basis der IOC-Reformen organisiert wurden. Die Gesamtkosten werden hier offiziell mit circa 9 Milliarden Euro angegeben. Davon entfielen etwa 50 Prozent auf die eventbezogenen Durchführungskosten, also etwa 4,5 Milliarden Euro, die jedoch zu 95 Prozent aus dem privaten Sektor finanziert wurden – inklusive 1,23 Milliarden Euro von Seiten des IOC. Die fehlenden 5 Prozent lagen am notwendigen Zuschuss für die Paralympischen Spiele.
Da diese Refinanzierung aus gesicherten und größtenteils kalkulierbaren Quellen erfolgt (vor allem Ticketverkauf, Beitrag des IOC aus den TV-Rechten sowie Gelder von Sponsoren) kann auch für mögliche Spiele in München davon ausgegangen werden, dass diese Kosten ebenfalls weitgehend erwirtschaftet werden können.
Kosten der infrastrukturellen Investitionen
Die Kosten für infrastrukturelle Projekte bilden einen langfristigen Nutzen ab. Sie dienen der Stadtentwicklung in den Bereichen Siedlungsentwicklung, Mobilität, Klima- und Umweltschutz sowie Sport. Die Kosten ergeben sich dabei nicht aus konkreten Forderungen des IOC, sondern stehen grundsätzlich im Ermessen der Ausrichter*innen.
Im aktuell frühen Stadium ist eine lückenlose Darstellung von Kosten zu allen Entwicklungsoptionen in diesen Bereichen kaum möglich, da für große infrastrukturelle Vorhaben immer Machbarkeitsstudien und konkrete Planungen nötig sind. Für bereits bekannte und geplante Projekte liegen jedoch erste Kostenrahmen oder Kostenschätzungen vor.
Hier ist wichtig zu verstehen: Mit dem Zuschlag für Olympia gibt es mehr finanzielle Beteiligung von Bund, Land und aus dem privatem Sektor! Geld, das es sonst nicht für München geben würde.
Durch die Spiele können viele dieser nötigen Projekte im besten Fall bis zu 25 Jahre früher realisiert werden. Gesamtwirtschaftlich gesehen bedeutet das dann sogar geringere Kosten, beispielsweise weil die Stadt durch die Projekte klimafreundlicher wird. Das hat unlängst ein wissenschaftliches Gutachten von MCube / der Technischen Universität München gezeigt.
Auch eine mögliche finanzielle Beteiligung Dritter ist noch nicht berücksichtigt – etwa Investitionen der privaten Bauwirtschaft mit Blick auf die Nutzung und wirtschaftliche Verwertung nach den Olympischen Spielen.
Zum Vergleich: Bei den Olympischen und Paralympischen Spielen in Paris 2024 lag das Budget für die infrastrukturellen Investitionen bei 4,5 Milliarden Euro. Diese Kosten wurden zu 50 Prozent durch den privaten Sektor getragen und waren damit deutlich stärker fremdfinanziert, als dies ohne Olympische Spiele der Fall gewesen wäre.
Verzögern die Olympischen Spiele nicht das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der Stadt?
Die neue IOC-Agenda ist keine leere Worthülse. Das IOC zeigte die Ernsthaftigkeit der neuen Agenda bereits im Zusammenhang mit dem Ausrichter Tokyo. Die Stadt musste Wettkampfstätten auswechseln und statt Neubauten temporäre Lösungen suchen, obwohl im Austragungskonzept von 2013 andere Pläne gegolten hatten.
Welche Klima- oder CO2-Bilanz ist im Rahmen der Ausrichtung zu erwarten?
Wird bei den geplanten Objekten Wert auf Nachhaltigkeit gelegt?
Olympia soll keine Mittel von Schulen, Kitas oder sozialen Projekten abziehen, sondern zusätzliche Impulse geben. So wird das Olympische Dorf nach den Spielen zu einem neuen Stadtquartier mit bezahlbarem Wohnraum. Auch Investitionen in Infrastruktur und Sportstätten kommen der Bevölkerung dauerhaft zugute. Unser Ziel ist, dass Olympia nicht in Konkurrenz zu wichtigen sozialen Aufgaben steht, sondern einen Mehrwert für alle Münchnerinnen und Münchner schafft.
Welche weiteren Maßnahmen für Nachhaltigkeit sind im Dorf zu erwarten?
Olympia soll keine Mittel von Schulen, Kitas oder sozialen Projekten abziehen, sondern zusätzliche Impulse geben. So wird das Olympische Dorf nach den Spielen zu einem neuen Stadtquartier mit bezahlbarem Wohnraum. Auch Investitionen in Infrastruktur und Sportstätten kommen der Bevölkerung dauerhaft zugute. Unser Ziel ist, dass Olympia nicht in Konkurrenz zu wichtigen sozialen Aufgaben steht, sondern einen Mehrwert für alle Münchnerinnen und Münchner schafft.
Sport
Wie profitiert der Münchner Breitensport?
Fast 70% der Münchnerinnen und Münchner treiben regelmäßig Sport, etwa 40% sind in Vereinen, das ist bundesweiter Rekord. Die Olympischen Spiele erneuern, modernisieren und erweitern Sportstätten umfassend, fördern Jugend- und Breitensport sowie Inklusion mit der Durchführung der Paralympics im Anschluss. Es ist nachgewiesen, dass Sport-Großereignisse unmittelbare Auswirkungen auf Vereinseintritte, Aktivität im Breitensport und ehrenamtliches Engagement in Sportvereinen haben. Im Breiten- wie im Gesundheitssport gehen die Teilnehmerzahlen nach oben. Für Kinder bedeutet Bewegung die Verbesserung der motorischen Fähigkeiten und der kognitiven Entwicklung, für ältere Erwachsene ist Bewegung ein zentraler Aspekt des gesunden Alterns.
Welche konkrete Auswirkung ergibt sich für den Breitensport?
Kann der (olympische) Sport die Gesellschaft besser machen?
Durch das olympische Leitbild werden Werte wie Fairness, Teamgeist, Respekt und gegenseitige Unterstützung vermittelt und in der Stadtgesellschaft sichtbar gelebt. Die Spiele dienen bewusst dazu, diese Prinzipien über den Sport hinaus in Alltag und Stadtentwicklung zu verankern.